Hinweis

Die verhaltensbedingte Kündigung gegenüber einem leistungsschwachen Arbeitnehmer kann gerechtfertigt sein, wenn der Arbeitnehmer seine vertraglichen Pflichten dadurch vorwerfbar verletzt, dass er fehlerhaft arbeitet. Zwar genügt ein Arbeitnehmer seiner Vertragspflicht, wenn er unter angemessener Ausschöpfung seiner persönlichen Leistungsfähigkeit arbeitet. Allerdings kann die längerfristige deutliche Überschreitung der durchschnittlichen Fehlerquote ein Anhaltspunkt dafür sein, dass der Arbeitnehmer vorwerfbar seine vertraglichen Pflichten verletzt.
Im konkreten Fall hatte die Klägerin drei Mal so viele Fehler als dies der durchschnittlichen Fehlerquote auf vergleichbaren Arbeitsplätzen entsprach. Nach Ausspruch von zwei Abmahnungen, die nicht zu einer Besserung der Situation geführt hatten, hatte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis verhaltensbedingt gekündigt. Die Kündigungsschutzklage der Klägerin hatte beim Bundesarbeitsgericht (BAG) keinen Erfolg, da die hohe Fehlerquote vom Arbeitgeber nicht hingenommen werden müsse.
BAG, Urteil vom 17.01.2008 - 2 AZR 536/06 -
30.6.2008